Got Carried Away
In all der Freude stellt sich der ganze Mikrokleinstgarten aber auch die Frage: Was genau soll ein Remix eigentlich sein? Ist er meist nichts als lückenfüllende Kompensation im Release-Haushalt der Musikschieber? Wir wollen dem Remix ein eigenes, musikalisches Potential zugestehen, bei dem sich nicht einfach funktionelle Stilmittel einem musikalischen Kern aufzwängen. Gibt es eine eigenständige Ästhetik der Neuabmischung vorhandener Tonspuren, zwischen irgendwie gleich und irgendwie anders? Was Gœt Carried Away also erfragen soll, ist die musikalisch-ästhetische Eigenständigkeit hinter dem Original Carried Away, von Neuinterpretationen, die als solche zwar ihr Vorbild wiederholen, aber im Moment der Variation musikalische Eigenheiten behaupten. Kein leeres Rauschen, kompensiert mit irgendeinem beliebigen Inhalt, sondern versammelte Zugänge zu einer Platte, die immer gleich und doch stets anders sind.
